Am Mittwoch, dem 16. Juni 1999 geriet im Ibbenbürener Ortsteil Püsselbüren ein Heißluftballon in eine Hochspannungsleitung und stürzte ab, hierbei kamen alle 4 Insassen ums Leben.
Gegen 21:30 Uhr wurde durch die Leitstelle des Kreises Steinfurt Alarm für den THW Ortsverband Ibbenbüren über Funkmeldeempfänger ausgelöst. Aufgabe sollte es sein, die Einsatzstelle großräumig auszuleuchten und Beweismittel zu bergen. Da die genaue Größe der Einsatzstelle und somit die
Anzahl der benötigten Beleuchtungsmittel und Einsatzkräfte unklar war, wurden weitere Kräfte telefonisch nachalarmiert und zusätzliches Beleuchtungsgerät verladen.
Gegen 22:10 Uhr rückte der GKW 1 zur Einsatzstelle aus. Dort wurde er vorerst in den nahe der Einsatzstelle gelegenen Bereitstellungsraum verlegt, wo um ca. 22:30 auch die nachrückenden Fahrzeuge (MTW und GKW 2 mit angehängtem Notstromaggregat) eintrafen. Um 22:45 Uhr übernahm das THW die Einsatzstelle von der Feuerwehr. Sofort wurde damit begonnen die Einsatzstelle auszuleuchten, womit die Polizei ihre Arbeit fortsetzen konnte.
Des weiteren wurden 2 Gasflaschen geborgen und auf den LKW der Fachgruppe verladen. Da noch 2 weitere Flaschen vermisst wurden, suchten die Helfer das Umfeld des Einsatzortes ab, konnten die Flaschen aber nicht auffinden. Um 0:20 Uhr wurde bekannt dass es noch eine zweite Einsatzstelle gab, an der die Ballonhülle und Reste des Korbes niedergegangen waren. Da sich hier auch die beiden vermissten Gasflaschen befanden, konnte die Haupteinsatzstelle geräumt werden und der GKW 2 mit dem Notstromaggregat wieder einrücken, da dieser an der zweiten Einsatzstelle nicht mehr benötigt wurde. Nachdem die zweite Einsatzstelle durch die Besatzung des GKW 1 geräumt und die Beweismittel an der Polizei Dienststelle Ibbenbüren abgeladen waren, konnte der Einsatz gegen 1:30 Uhr beendet und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt werden .
Nach dem Einsatz wurde für die Einsatzkräfte eine Ruhepause von 8 Stunden zur Erholung und Verarbeitung des Geschehenen angeordnet, da sich dieser Einsatz, aufgrund der Tatsache dass bei Eintreffen des THW die Leichen noch nicht geborgen und beim Durchsuchen des Umfeldes noch mit Leichenteilen zu rechnen war, als psychisch sehr belastend herausstellte.
(Abschrift aus der IVZ )
-ola-/-ek-/-sp- Püsselbüren. "Die waren anfangs noch guter Dinge, bis sie direkt an die Leitung gerieten, da hörten wir dann die Schreie und den Funkverkehr. Nach dem Kurzschluß war es mucksmäuschenstill!" Augenzeuge Josef Meßmann wohnt direkt am Regenrückhaltebecken in Püsselbüren und sah den schrecklichen Heißluftballon-Absturz am Mittwoch Abend um 20.05 Uhr. "Ich rief meinen Schwiegersohn, damit er die Feuerwehr benachrichtigt und bin direkt wieder zum See, um dort zu helfen. Aber da war nichts mehr zu tun. Was da im See lag, ist nicht schreibwürdig", so Meßmann. Nach Aussage von Gerhard Hurck, Beauftragter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen Braunschweig, muß der Korb sich in etwa 27 Meter Höhe befunden haben, als er die oberste Leitung, die keinen Strom führt, berührte. Über Wohngebieten beträgt der Mindestsicherheitsabstand über dem Boden allerdings 500 Fuß, sprich 150 Meter. Zeugenaussagen sprechen davon, dass der Ballon dann die beiden stromführenden Leitungen berührte, und es dadurch zu einem Stromüberschlag kam. Danach schoss das Gefährt rund 20 Meter in die Höhe. Eine Stichflamme brannte den Korb schnell aus.
In der von der Kreispolizeibehörde Steinfurt und der Staatsanwaltschaft Münster spontan einberufenen Pressekonferenz gegen 0.30 Uhr in der Gaststätte Wulf erklärte Wolfgang Schweer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Münster: "Alle vier Insassen sind auf der Stelle getötet worden. Der Ballon ist einige hundert Meter von der Unfallstelle entfernt zum Absturz gelangt. Die Identifizierung der Toten gestaltet sich schwierig." Die Angehörigen bestätigten aber den Ermittlern, daß es sich bei den Fahrern um einen 61jährigen Mettinger Piloten vom Club Teuto Mettingen, ein Ehepaar aus Steinbeck - die Frau 55 Jahre alt und der Mann 60 Jahre alt - und einen 51jährigen Mann aus Ibbenbüren handelte. Die Angehörigen, die dem Ballon folgten, mussten mitansehen, wie ihre Verwandten Opfer des Unfalls wurden. Die Aussagen eines Zeugen, es habe sich ein weiterer Insasse im Korb befunden, konnte Udo Potthoff, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Steinfurt, gestern Nachmittag nicht bestätigen. Zur Identifizierung der Leichen wurden gestern und heute Obduktionen angeordnet. Sicher ist mittlerweile, dass der Ballon aus nördlicher Richtung kommend in die Hochspannungsleitung geriet. Als die Besatzung durch den Einsatz des Brenners versuchte, sich aus der mißlichen Lage zu befreien, rutschte der Korb beim langsamen Aufsteigen zwischen zwei stromführende Leitungen. Dort baute sich blitzschnell die tödliche Verbindung auf, ein Stromüberschlag, der auch die Zündung des Korbes verursachte. Sicher ist auch, daß die zwei Löschzüge mit 40 Leuten der Ibbenbürener Feuerwehr, die zwölf Taucher der Feuerwehr Rheine, 16 Personen vom Rettungsdienst, drei Notärzte schnellstmöglich vor Ort waren, sie aber nur noch die Leichen aus dem Klärteich bergen konnten.
Sachverständiger Gerhard Hurck konnte bis gestern Nachmittag noch keine Zeugenaussagen prüfen, hatte aber in der Polizeiwache Ibbenbüren das Gerät untersucht: "Der Ballon war beim Start mit allen notwendigen Armaturen und Flaschen ausgerüstet. Selten: Das System als solches war technisch absolut intakt bei der Landung, nur durch Feuereinwirkung geschwächt. Die Insassen müssen aus dem durch den Brand sich seitlich zerlegenden Korb herausgefallen sein. Der Korb hat sich langsam entleert. Darauf deutet auch die Fundstelle der Korbreste und des Funkgerätes hin. Die Hülle mit dem Gerüstgerippe landete etwa zwei Kilometer weiter auf einer Wiese, weil die Brenner nicht mehr arbeiteten. Die Wetterbedingungen weisen zu dem Zeitpunkt des Unfalles ebenfalls keinerlei Besonderheiten auf." Die anstehenden langwierigen Untersuchungen zum Unfallhergang dienen keiner Schuldzuweisung, sondern ausschließlich der Klärung der Ursachen des Unfalles. Daraus sollen Lehren gezogen und Hinweise gewonnen werden, um ähnliche Unfälle in der Zukunft zu vermeiden, so Hurck noch in der Nacht zu gestern. Seppel Doliner, Kriminalhauptkommissar der Zentrale zur Kriminalitätsbekämpfung im Kreis Steinfurt, wollte gestern noch keine Wertung vornehmen: "Es ist noch sehr viel zu tun. Die Zeugenermittlungen und Vernehmungen laufen noch, und möglicherweise haben wir morgen neue Erkenntnisse!"
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