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Am vergangenen Samstag herrschte im Mannschaftsraum gebannte Ruhe und die ca. 30 Helfer vom Technischen Hilfswerk Ibbenbüren lauschten aufmerksam den Worten ihres Ortsbeauftragten Marcus Wedderhoff. “Wir haben eine Katastrophenschutzübung. Unser Einsatzgebiet ist in Lohne/Emsland. Nach neuesten Kenntnissen gab es dort mehrere Explosionen in einer Jugendherberge. Wir müssen mit mehreren Verletzten oder Verschütteten Personen rechnen. Weitere Informationen erhaltet ihr vor Ort vom Ortsverband Meppen”, so Wedderhoff zu seinen Helfern.
Eine nicht ganz tägliche Übung für die THW’ler, denn der Geschäftsführerbereich Münster vom THW rief zu dieser Übung auf.
In mehreren Orten Niedersachsens wurde für 12 Ortsverbände ein Katastrophenszenario gestellt. Innerhalb weniger Minuten waren die Helfer an der Laggenbecker Straße, wo das hiesige THW seine Unterkunfträume hat, nachdem eine Alarmierung gegen 19.25 Uhr gekommen war. Genauso schnell und routiniert verteilte der als Zugführer eingesetzte Thorsten Ahler die weiteren Führungsposten: ”Die 1. Bergungsgruppe führt Dirk Röttgers, Truppführer macht Matthias Hunsche. Die 2. Bergungsguppe leitet Timo Feldmann, Manuel Papke unterstützt als Truppführer. Judith Konnemann unterstützt den Zugtrupp, Marcel Bitter fährt mit als Zugtruppführer, Nadine Bitter ist mit als Öffentlichkeitsbeauftragte. Hat noch Jemand Fragen, keine, dann lasst uns aufsitzen.” Nach diesen Anweisungen fuhren die Hilfskräfte Richtung Einsatzort. Die Wetterbedingungen ließen den Einsatz noch interessanter machen, denn unterwegs fing es an zu gewittern und zu stürmen.
Bei Ankunft erbot sich ein wahres Szenario. Drei weitere Ortsverbände des THW waren schon vor Ort, sowie DRK und Notärzte. Die Ibbenbürener bekamen die Aufgabe 3 vermisste Personen, die im angrenzenden Waldstück ziellos umherirrten, zu suchen und Hilfe zu leisten. Während ständiger Detonationen begaben sich die Helfer daran das Waldstück auszuleuchten und mittels einer Menschenkette zu durchforschen. Ständige Rufe und Absuchen des Bodens führten zu einer erfolgreichen Rettung. Über diese Rettung kamen die Helfer auch zu einem fingierten Autounfall mit einer eingeklemmten Person hinzu. Die Neuordnung der Helferaufgaben übernahm der Gruppenführer Dirk Röttgers: ”Wir haben den Gerätekraftwagen der 1. Bergungsgruppe angefordert, um den Unfallort weitreichend auszuleuchten. Weiter werden wir die eingeklemmte Person mit dem Gerätesatz Schere/Spreizer aus dem Fahrzeug schneiden.” Kurze Worte, denn der Gruppenführer musste wieder zurück zu seinen Helfern. Leider konnte die Person nicht gerettet werden, da der alarmierte Notarzt nur noch den Tod feststellen konnte. Für die Ibbenbürener Helfer gab es aber kein Aufatmen. Sie übernahmen die Leitung der Einsatzstelle durch den Zugtrupp und bekamen die Anweisung zwei Gebäude nach Verletzten und Verschütteten zu durchsuchen. Während die Helfer nun das 1. Gebäude absuchten, ereigneten sich weitere Detonationen im Nachbargebäude. Beide Gruppenführer wurden angewiesen, sich auf die Gebäude aufzuteilen und unter besonderen Schutzmaßnahmen weiter zu arbeiten. Die 1. Bergung ging unter schweren Atemschutz, weiteren Sicherheitsvorkehrungen und größter Vorsicht in das Haus, denn dichter Rauch kam aus Fenster und Türen. Die noch im Gebäude vermuteten Personen konnten gerettet werden, doch auch hier gab es einen Verlust zu melden. Diese Katastrophe war eine Übung und so gab es Schiedsrichter vom THW, die diese Rettungsmaßnahmen überwachten und bewerteten.
“Für uns lief die Herausforderung super. Natürlich gab es auch konstruktive Kritik der Schiedsrichter, doch nur so kann man die Leistungen verbessern. Dieser Erfolg ist den Helfern, die zeitnah und dem „Handeln nach Situation“ gearbeitet haben, zu verdanken,” so Thorsten Ahler lobend über seine Mannschaft nach Beendigung der Übung.
Pressebericht:
Die Tageszeitung der Grafschaft Bentheim
Auf THW-Helfer warteten schwere Aufgaben
Katastrophenschutz 356 Aktive aus Westfalen und dem Emsland im Übungseinsatz in Nordhorn
Die Kooperation von Katastrophenschutz-Einheiten aus verschiedenen Bundesländern haben 356 Helfer von THW, DRK und Feuerwehr am Wochenende im Raum Nordhorn geübt. Sturm, Regen und Hagel sorgten für ein ungeplant realistisches Übungsszenario.
Nordhorn/Lingen/HLW – Nach schweren Stürmen waren örtliche THW-Einsatzkräfte zur Bewältigung der schweren Schäden im Dauereinsatz und daher nicht weiter verfügbar. Zusätzliche Kräfte aus Nachbarregionen mussten daher zur Verstärkung herangeführt werden. Das war die Ausgangslage der Großübung am Sonnabend in Nordhorn, Hesepe und Lingen. Josef Frieling, THW-Geschäftsführer aus Münster, erklärte den 16 THW-Schiedsrichtern aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachen sowie Beobachtern von DRK Feuerwehren in der Lageeinweisung im Nordhorner THW-Standort, die Idee zu dieser groß angelegten Übung sei "durch das Schneechaos am 26. November 2005 verstärkt" worden. "Wir wollten die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der einzelnen THW-Ortsverbände mit anderen Organisationen auf die Probe stellen", unterstrich Frieling.
Entsprechend dieser Übungslage wurden unter Regie von Gerrit Baum (Nordhorn), Sachbearbeiter Einsatz der THW-Geschäftstelle Münster, in der Einsatzleitung im THW-Standort Lingen-Schepsdorf weitere Einheiten aus dem Raum Münster angefordert. Ab 15.30 Uhr erfolgte die Alarmierung der technischen Züge für Logistik und Versorgung, Führung und Kommunikation, Beleuchtung, Bergung sowie Wasserschaden und Pumpen. Bis 19.30 Uhr wurden die angeforderten THW-Einheiten aus Münster, Greven, Coesfeld, Warendorf, Dülmen, Havixbeck, Ibbenbüren, Lengerich (Westfalen), Rheine, Lingen und Meppen in Richtung Nordhorn in Marsch gesetzt.
Die eigentliche Übung im "Schadensgebiet" konzentrierte sich auf den Nordhorner Vechtesee, das THW-Übungsgelände in Hesepe und ein Übungsgelände in Lingen-Schepsdorf. Dort überwachten und bewerteten THW-Experten aus Vlotho, Balve, Halver, Gütersloh, Lüdinghausen, Siegen, Nordhorn und Lohne als Schiedsrichter mit Argusaugen den Einsatz der 260 THW-Helfer.
Die wurden von der Übungsleitung in Nordhorn und Lingen vor schwierige Aufgaben gestellt: Von den am Vechtesee aufgebauten Großpumpen aus mussten durch unwegsames Gelände über eine Entfernung von mehr als 2,5 Kilometern Schläuche verlegt werden, eine Löschwasserversorgung zur Bekämpfung eines Großbrandes zu sichern. In Nordhorn-Hesepe waren bei der Explosion einer Fabrikanlage mehrere Personen verschüttet. Und in Lingen-Schepsdorf galten nach einer Detonation und Unfällen mehrere Menschen als vermisst.
Ein Zug der DRK-Kreisbereitschaft Grafschaft Bentheim hatte Verletztensammelplätze eingerichtet, um die Erstversorgung der Opfer zu übernehmen. Erschwert wurde die vorsichtige Suche nach den perfekt vom DRK geschminkten Mimen durch heftige Regen- und Hagelschauer, begleitet von heftigen Windböen und Gewittern. Dabei achteten die Schiedsrichter genau auf Einhaltung aller Unfallverhütungs- und Arbeitssicherheitsvorschriften und griffen bei massiven Verstößen sofort ein.
Sie werteten ebenso konsequent das Heranführen der Einheiten an die Einsatzstelle, die Einweisung vor Ort in die bestehende Lage und die Leitung und Koordination der Hilfsmaßnahmen aus und beurteilten die Leistungen der Einheiten während der Einsätze. Hinzu kamen Fragen zur Stärke, zum Ausbildungsstand, Führungsverhalten, zur Einsatzbereitschaft und Fachkunde.
In drei Schichten waren insgesamt 356 Helferinnen und Helfer im Großeinsatz, der am Sonntagmorgen gegen fünf Uhr erfolgreich endete. Ihnen dankte abschließend Josef Frieling, der erklärte: "Mit Hilfe eines gezielten Fragebogens zur Übungsplanung und deren Verlauf, sowie dem Einsatz von Mannschaft und Geräten oder deren Ausfall wollen wir eine Verbesserung für zukünftige Übungen ableiten!"
GN Di 14.11.2006
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